02 „Endlich mal die Raumvergabe in den Griff bekommen… “ – Lehrraumplanung und -controlling (Erfahrungsaustausch)

20. November 2018, 10:00 – 15:30 Uhr
Philipps–Universität Marburg


Referent

Prof. Dr. Marco Lübbecke, Professor für Operations Research an der RWTH Aachen

Zielgruppe

Fach- und Führungskräfte, die für die Lehrraumvergabe zuständig sind


Beschreibung

Dieser Erfahrungsaustausch greift ein häufig konfliktträchtiges Thema auf: die Vergabe und Nutzung von Räumen für die Lehre. Das Problem ist nicht nur organisatorischer Natur: Wie bewältigen wir die Komplexität des Ganzen? Es betrifft auch immer wieder den unterschiedlichen Umgang von Wissenschaft und wissenschaftsunterstützendem Bereich und zerrt häufig an den Nerven aller Beteiligten.
Der Erfahrungsaustausch wird fruchtbar und lebt von den Beiträgen der Teilnehmenden. Als Impuls dafür haben wir mit Prof. Lübbecke einen Referenten eingeladen, der sich als angewandter Mathematiker seit mehr als 20 Jahren mit der Modellierung und Lösung komplexer Optimierungsprobleme aus Produktion, Logistik, Verkehr, Energie, Gesundheitswesen, Politik und Bildung befasst. Er hat das Projekt „carpe diem!“ nach ausführlichen Gesprächen mit Praktikern über die Themen, Tücken und Konflikte bei der Lehrraumvergabe von der Entstehung der mathematischen Ideen bin hin zum Einsatz in der Planungspraxis komplett begleitet. Dies wird an der RWTH Aachen erfolgreich eingesetzt und reduziert bzw. vermeidet die möglichen Konflikte.
Das carpe diem! Projekt befasst sich mit der semesterweisen Erstellung eines Veranstaltungsplanes für sämtliche regelmäßige Veranstaltungen der gesamten Universität. Das sind je Semester fast 3.000 Seminare, Vorlesungen, Übungen usw., die konfliktfrei geplant werden müssen. Dabei müssen verschiedene Präferenzen und Einschränkungen berücksichtigt werden. Durch die interdisziplinäre Verflechtung der Studiengänge sowie räumliche und bauliche Engpässe ist diese Aufgabe zusätzlich erschwert.
In diesem Vortrag wird der Weg von der Entscheidung zur Einführung einer solchen Software bis in den täglichen Betrieb nachgezeichnet. Der Weg war nicht geradlinig – und Prof. Lübbecke wird auf die Hürden eingehen, mit welchen Personen gesprochen und verhandelt wurde, was die Software leisten kann und was nicht und wie sich jetzt der Alltag mit der Software gestaltet. Am Ende kann man sagen, dass die Einführung der Software aus vielerlei Hinsicht ein voller Erfolg war und Nebeneffekte hatte, die für sich genommen (unerwartet) wertvoll sind. Mittlerweile werden an der RWTH Aachen University ebenfalls alle Klausuren über ein weiteres Modul der Software geplant.